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Microgreen im Topf Rotkohlgrün. Mikrogrün gesund und lecker.

Microgreens anbauen

Step by Step-Anleitung für den Anbau von Microgreens

Du weißt inzwischen, dass Microgreens mehr als das Päckchen Kresse sind, das Du in der Schule pflanzen musstest, das Saatgut ist frisch bestellt und nun willst Du zum ersten Mal Microgreens anbauen? Nichts leichter als das!

Wir haben für Dich eine kurze Anleitung zusammengestellt, wenn Du Microgreens anbauen möchtest. Dazu gehört erst der theoretische Teil, der aber nicht allzu lang ausfallen soll, denn wie heißt es so schön “Grau ist alle Theorie, und graumeliert sind ihre Verkünder.” 😉

Die folgenden fünf Voraussetzungen sind besonders wichtig, damit es mit der Microgreens-Anzucht klappt.

Gutes Substrat

Wenn Du Microgreens anbauen willst, empfehlen wir dir gute Bio-Erde. Hanfmatten, Kokosfasermatten und sonstige Naturmaterialien sind zwar auch möglich, jedoch schmeckt das junge Grün auf Erde angebaut unserer Meinung nach besser, ist vitaler und Du musst auch nicht nachdüngen. Die Pflänzchen können sich mit den in der gesunden Erde enthaltenen Nährstoffen bestens ernähren ohne zu verkümmern. Beim Anbau auf Matten, Vlies oder ähnlichem solltest Du nach ca. 10 Tagen nachdüngen, um dem Grün die benötigten Nährstoffe zu bieten (Bitte ausschließlich biologische Düngemittel und nicht zu viel davon verwenden!).

Optimale Temperatur

Die optimale Temperatur, um Microgreens anzubauen, liegt zwischen 18 und 22° C. Microgreens lieben eine gleichmäßige Temperatur, dann entwickeln sie sich am schnellsten. Bei höheren Temperaturen können Bakterien und Pilze auftreten, während Deine Keimlinge schneller vertrocknen. Bei niedrigeren Temperaturen können die Pflänzchen weniger Wasser aufnehmen und entwickeln sich langsamer und Du könntest Probleme mit Schimmel bekommen.

Ausreichend Luft und Licht

Microgreens benötigen bei der Anzucht ausreichend Licht, um Chlorophyll und ihre wertvollen Vitalstoffe zu bilden. Falls Dir keine helle Fensterbank zur Verfügung steht, kannst Du auch eine kleine Zusatzbeleuchtung installieren. Dafür gibt es beispielsweise sehr gute LED-Lampen mit Tageslichtspektrum zu kaufen. Achte bitte vor allem in den ersten Tagen darauf, die zarten Pflänzchen nicht direktem Sonnenlicht auszusetzen, damit sie nicht verbrennen.

Regelmäßige Belüftung ist – besonders in den letzten Tagen der Anzucht – wichtig, um die überschüssige Feuchtigkeit loszuwerden. So kannst Du von Anfang an Fäulnis recht effektiv vermeiden.

Bio-Qualität

Nur bei Microgreens Samen aus biologischem Anbau kannst Du dir sicher sein, dass dieser relativ unbelastet daherkommt und chemischen Pflanzenschutzmitteln und Kunstdünger weitestgehend nicht ausgesetzt war.

Microgreens Anzuchtschalen

Für den Anbau von Microgreens gibt es spezielle Schalen bzw. Trays, die normalerweise nicht höher als 6 cm sind. Bitte achte auf Abflusslöcher im Boden der Trays, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann und Staunässe verhindert wird.

Falls Du keine professionellen Trays zur Hand hast oder erstmal ausprobieren willst, ob dir der Anbau Freude bringt, kannst Du auch eine beliebige, ausrangierte (Plastik-)Schale verwenden, die Löcher im Boden hat, z.B. eine Schale aus dem Supermarkt, in der Blaubeeren, Himbeeren, etc. verkauft wurden.

So jetzt aber genug zur Theorie, wir wissen nicht wie es dir geht, aber uns juckt es schon in den Fingern! 🙂

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1. Microgreens einweichen

Wir empfehlen dir größeres Saatgut, wie zum Beispiel Sonnenblumen, Erbsen, Mungobohnen oder Mangold 8-12 Stunden vor dem Anbau (idealerweise über Nacht) zuerst abzuspülen und dann in Wasser einzuweichen. Bitte verwende einen dreimal größeren Volumenanteil an Wasser als an Samenmenge, da die Saaten stark aufquellen können.

Es gibt allerdings auch Ausnahmen an (kleinen) Samen, die unter keinen Umständen eingeweicht werden sollten, wie z.B. Rucola, Kresse und Chiasamen. Diese sind schleimbildend und nach dem Einweichen verkommen sie zu einer gallertartigen Masse, die unmöglich weiter zu verwenden ist.
In unserer Tabelle findest Du Einweichzeiten für verschiedene Microgreens-Saatgutsorten.

2. Microgreens anbauen

Nimm Dir eine flache Schale mit einer Höhe von 3-7 cm und fülle sie ca. 2-4 cm hoch mit guter Bio-Anzuchterde. Dann erzeuge mit einem Andrücker eine glatte und ebene Oberfläche, damit Du das Saatgut gut verteilen kannst und es sich nicht in Erdlöchern sammelt.

Nun kannst Du Dein Saatgut gleichmäßig auf der Erde verteilen. Die richtige Verteilungsdichte erfordert ein bisschen Fingerspitzengefühl und Erfahrung: Achte darauf, dass Du grade so viel Saatgut nimmst, dass die Saatkörner nicht übereinander liegen. Aber nimm auch nicht zu wenig, damit Du Deinen Anbauplatz optimal ausnutzt. 

Nach dem Verteilen drückst Du Dein Saatgut am besten nochmal mit Deinem Andrücker leicht an, damit alle Samen Erdkontakt haben. Nun kannst Du (am besten mit einem Drucksprüher) Deine Schale befeuchten. Auch hier ist wieder Fingerspitzengefühl gefragt: bitte wässere nicht zu viel, da sonst alles überschwemmt, aber auch nicht zu wenig, damit alle Samen und die Erde feucht genug sind.

Jetzt hast Du es schon fast geschafft!

Falls Deine ausgesäte Sorte ein Lichtkeimer ist, kannst Du die Schale einfach offen stehen lassen oder Du deckst sie mit Frischhaltefolie ab. Wenn Du sie offen lässt, achte bitte unbedingt darauf, dass Deine Saat nicht austrocknet. Auch sonst: Schaue am besten ein- bis zweimal täglich nach, ob es nicht zu trocken wird. Falls doch: Einsprühen! Die Erde sollte am besten immer feucht, aber nicht durchnässt sein.

Sollte deine Mikrogrün-Sorte ein Dunkelkeimer sein, kannst Du auf das Saatgut entweder ein bisschen Erde geben oder aber Du bedeckst es luftdicht und dunkel mit einer zweiten Schale bzw. Abdeckung. Dies sorgt dafür, dass genügend Luftfeuchtigkeit in Deiner Schale entsteht und die Saaten die benötigte Dunkelheit bekommen, die sie zum optimalen Keimen brauchen. 
Nähere Informationen und Tipps und Tricks zu deiner Lieblingssorte Blattgrün erhältst Du auf unserer jeweiligen Saatgut-Seite.

3. Abwarten & Ernte-Vorfreude geniessen

Jetzt brauchst Du eigentlich nur noch ca. 3-4 Tage zu warten bis alle Keimlinge gekeimt sind und eine Höhe von ca. 1-3 cm erreicht haben. Dann kannst Du die Abdeckung abnehmen. Ab jetzt bitte verstärkt ein Auge darauf haben, ob es feucht genug in der Schale ist. 

Falls Deine Schale Löcher unten hat, stellst Du sie zum Wässern am besten für ungefähr eine halbe Stunde in eine andere Schale mit Wasser und lässt sie wie von selbst auftanken. 

Falls Deine Schale keine Löcher unten hat, kannst Du sie auch mit einem Handsprüher bewässern, dies ist bei robusten Microgreens wie Erbsen, Sonnenblumen etc. auch problemlos möglich. Vorsichtiger solltest Du bei feinen Microgreens wie Brokkoli, Amaranth und Ähnlichem sein, diese mögen Feuchtigkeit an ihren Blättern nicht so und faulen schneller.

4. Microgreens Ernte

Bis zur Ernte nach 7 bis 20 Tagen ist nun nur noch eine regelmäßige Bewässerung notwendig. Danach kannst Du Deine Microgreens je nach Sorte im gewünschten Zeitraum fingerbreit über der Erde abschneiden und genießen! 

Bitte schneide nur so viel Microgreens ab wie für deine Mahlzeit gewünscht, denn nach Ernte sollten die kleinen Grünlinge direkt verwendet werden.

Guten Microgreens-Appetit und bis zur nächsten Sorte Microgreens-Anzucht 🙂

Ein kleiner Tipp wegen deiner verwendeten Erde: Leider eignet sich die Erde nicht für einen neuerlichen Durchgang, da sie aufgrund von Samenresten anfangen könnte zu schimmeln. Du kannst sie entweder auf dem Kompost entsorgen oder in Blumenbeeten weiterverwenden.

Es gibt zahllose Möglichkeiten, wenn Du Microgreens anbauen möchtest, dies ist nur eine davon. Dies soll keine vollständige Bedienungsanleitung darstellen, sondern nur ein grober Leitfaden. Probiere einfach viel aus, lasse Deiner Kreativität freien Lauf und finde Deinen optimalen Weg. Falls es einmal nichts wird, verzage nicht, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen ;)! Gerne kannst Du uns natürlich auch bei Fragen kontaktieren.

7 comments

  1. Johannes Tenbieg

    Mich würde interessieren, ob Micro Greens im Gegensatz zu großen Pflanzen alles was sie brauchen zum wachsen im Wasser finden und keine Erde benötigen, oder ob man zusätzlich Mineralien zufügen muss, wenn man sie hydroponisch anbaut

    1. Hi Johannes,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Man sagt, dass die Pflänzchen sich in den ersten 8 Tagen von den Nährstoffen aus dem Samen ernähren und versorgen können. Nach dieser Zeit sollte man dann aber anfangen ein wenig Flüssigdünger dem Gießwasser beizumischen, oder gleich auf Erde anbauen;-) Also grade Sorten wie Sonnenblumen, Erbsen, Linsen, Mangold, Koriander etc. brauchen zusätzliche Nährstoffe um optimale Wachstumsbedingungen zu gewährleisten, solltest du sie rein hydroponisch anbauen. Bei Sorten wie Kresse, Senf oder Rucola ist es nicht ganz so dramatisch und es würde auch ohne gehen…
      Liebe Grüße,
      Christian

  2. Guten Tag,
    Kann man die anzuchterde nach der Ernte wieder verwenden?
    Bzw was wird mit dieser gemacht wie kann ich die Erde
    Wieder in den Kreislauf bekommen?
    Liebe grüße
    Jakob

    1. Lieber Jakob,
      das ist eine sehr gute Frage, die ich dir gerne beantworte. Theoretisch kannst du die Erde wiederverwenden, indem du die Wurzeln aus dem vorherigen Anbaudurchgang heraussiebst. Jedoch ziehen sich Microgreens im Vergleich zu Sprossen nach ein paar Tagen auch Nährstoffe aus der Erde. Daher empfehlen wir für einen neuen Durchgang auch neue Erde zu verwenden, damit stets eine hochwertige Nährstoffbasis gegeben ist.
      Die gebrauchte Erde kannst du durch Kompostieren oder über den Biomüll wieder in den Kreislauf zurückgeben.
      Liebe Grüße,
      Manuel

  3. Hallo,
    können die Microgreens auch mehrfach geerntet werden?
    Bzw. wachsen sie nochmals nach wenn sie einmal geerntet wurden?

    LG Bernhard

    1. Lieber Bernhard,
      Microgreens sind echtes Gemüse, einfach in einem jungen Stadium geerntet. Da Gemüse-Samen nur einmal keimen und wir den Sprössling ernten, wachsen die Microgreens nicht mehr nach.

      Daher empfehlen wir die gebrauchte Erde mit Wurzeln auf den Kompost oder in den Bio-Müll zu geben und dann einen neuen Anbaudurchgang mit neuer Erde und neuem Bio-Saatgut zu starten.

  4. Ulrike Claus

    Mein Schnittknoblauch ist nachgewachsen, da hatte ich tatsächlich eine zweite Ernte! Alles andere aber nicht.

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