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Microgreens selbst anbauen

Microgreens Radieschen Rettich Sonnenblume und Erbse

Du möchtest Dein eigenes Superfood zu Hause anbauen? Nichts leichter als das!

Wir haben für Dich eine kurze Anleitung zum Anbau von Microgreens zusammengestellt. Die folgenden drei Punkte sind besonders wichtig, damit alles klappt:

Gutes Substrat

Wir empfehlen dir, Deinen Microgreen-Anbau immer auf guter Bio-Erde durchzuführen. Hanfmatten, Kokosfasermatten und sonstige Naturmaterialien sind zwar auch möglich, jedoch schmeckt das junge Grün auf Erde angebaut unserer Meinung nach besser, ist vitaler und Du musst auch nicht nachdüngen. Die Pflänzchen können sich mit den in der gesunden Erde enthaltenen Nährstoffen bestens ernähren ohne zu verkümmern. Beim Anbau auf Matten, Vlies oder ähnlichem solltest Du nach ca. 10 Tagen nachdüngen, um dem Grün die benötigten Nährstoffe zu bieten (bitte ausschließlich biologische Düngemittel und nicht zu viel verwenden).

Optimale Temperatur

Die optimale Anbautemperatur liegt zwischen 18 und 22° C. Microgreens lieben eine gleichmäßige Temperatur, dann entwickeln sie sich am schnellsten. Bei höheren Temperaturen könntest Du Probleme mit Bakterien und Pilzen bekommen, während Deine Keimlinge schneller vertrocknen. Bei niedrigeren Temperaturen können die Pflänzchen weniger Wasser aufnehmen und entwickeln sich langsamer und Du könntest Probleme mit Schimmel bekommen.

Ausreichend Luft und Licht

Microgreens benötigen bei der Anzucht – direkt nach dem Abdecken – ausreichend Licht um Chlorophyll und ihre wertvollen Vitalstoffe zu bilden. Falls Dir keine helle Fensterbank zur Verfügung steht, kannst Du auch eine kleine Zusatzbeleuchtung installieren. Dafür gibt es beispielsweise sehr gute LED-Lampen mit Tageslichtspektrum zu kaufen. Achte bitte vor allem in den ersten Tagen direkt nach dem Abdecken darauf, die zarten Pflänzchen nicht direktem Sonnenlicht auszusetzen, damit sie nicht verbrennen.

Regelmäßige Belüftung ist – besonders in den letzten Tagen der Anzucht – wichtig, um die überschüssige Feuchtigkeit loszuwerden. So kannst Du von Anfang an Fäulnis recht effektiv vermeiden.

So jetzt aber genug zur Theorie, kommen wir lieber zur Praxis

Einweichen: Wir empfehlen dir größeres Saatgut, wie zum Beispiel Sonnenblumen, Erbsen oder Mangold vor dem Anbau 8-12 Stunden in Wasser einzuweichen.

Der Anbau: Nimm Dir eine flache Schale mit einer Höhe von 3-7 cm und fülle sie ca. 2-4 cm hoch mit guter Bio-Anzuchterde. Dann erzeuge mit einem Andrücker eine glatte und ebene Oberfläche, damit Du das Saatgut gut verteilen kannst und es sich nicht in Erdlöchern sammelt. Nun kannst Du Dein Saatgut gleichmäßig auf der Erde verteilen. Die richtige Verteilungsdichte erfordert ein bisschen Fingerspitzengefühl und Erfahrung: Achte darauf, dass Du grade so viel Saatgut nimmst, dass die Saatkörner nicht übereinander liegen. Aber nimm auch nicht zu wenig, damit Du Deinen Anbauplatz optimal ausnutzt. Nach dem Verteilen drückst Du Dein Saatgut am besten nochmal mit Deinem Andrücker leicht an, damit alle Samen Erdkontakt haben. Nun kannst Du (am besten mit einem Handsprüher) Deine Schale befeuchten. Auch hier ist wieder Fingerspitzengefühl gefragt: bitte wässere nicht zu viel, da sonst alles überschwemmt, aber auch nicht zu wenig, damit alle Samen und die Erde feucht genug sind.

Jetzt hast Du es schon fast geschafft, nimm jetzt einfach noch eine Abdeckung für Deine Schale und decke sie damit ab. Dies sorgt dafür, dass genügend Luftfeuchtigkeit in Deiner Schale entsteht und die Saaten die benötigte Dunkelheit bekommen, die sie zum optimalen Keimen brauchen. Falls Deine ausgesäte Sorte ein Lichtkeimer ist, kannst Du die Schale auch einfach offen stehen lassen oder Du deckst sie mit Frischhaltefolie ab. Wenn Du sie offen lässt, achte bitte unbedingt darauf, dass Deine Saat nicht austrocknet. Auch sonst: Schaue am besten einmal täglich nach, ob es nicht zu trocken wird. Falls doch: Einsprühen!

Abdeckung entfernen und ernten: Jetzt brauchst Du eigentlich nur noch ca. 3-4 Tage zu warten bis alle Keimlinge gekeimt sind und eine Höhe von ca. 1-3 cm erreicht haben. Dann kannst Du die Abdeckung abnehmen. Ab jetzt bitte verstärkt ein Auge darauf haben, ob es feucht genug in der Schale ist. Falls Deine Schale Löcher unten hat, stellst Du sie zum Wässern am besten für ungefähr eine halbe Stunde in eine andere Schale mit Wasser und lässt sie wie von selbst auftanken. Falls Deine Schale keine Löcher unten hat, kannst Du sie auch mit einem Handsprüher bewässern, dies ist bei robusten Microgreens wie Erbsen, Sonnenblumen etc. auch problemlos möglich. Vorsichtiger solltest Du bei feinen Microgreens wie Brokkoli, Amaranth und Ähnlichem sein, diese mögen Feuchtigkeit an ihren Blättern nicht so und faulen schneller.

Bis zur Ernte ist nun nur noch eine regelmäßige Bewässerung notwendig. Danach kannst Du Deine Microgreens je nach Sorte im gewünschten Zeitraum ernten und genießen! Guten Appetit!

Zum Schluss noch ein Hinweis: Es gibt zahllose Möglichkeiten Microgreens anzubauen, dies ist nur eine davon. Dies soll keine vollständige Bedienungsanleitung darstellen, sondern nur ein grober Leitfaden. Probiere einfach viel aus, lasse Deiner Kreativität freien Lauf und finde Deinen optimalen Weg. Falls es einmal nichts wird, verzage nicht, das nächste Mal wird es wieder klappen! Gerne kannst Du uns natürlich auch bei Fragen kontaktieren.

4 Gedanken zu „Microgreens selbst anbauen

  1. Mich würde interessieren, ob Micro Greens im Gegensatz zu großen Pflanzen alles was sie brauchen zum wachsen im Wasser finden und keine Erde benötigen, oder ob man zusätzlich Mineralien zufügen muss, wenn man sie hydroponisch anbaut

    1. Hi Johannes,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Man sagt, dass die Pflänzchen sich in den ersten 8 Tagen von den Nährstoffen aus dem Samen ernähren und versorgen können. Nach dieser Zeit sollte man dann aber anfangen ein wenig Flüssigdünger dem Gießwasser beizumischen, oder gleich auf Erde anbauen;-) Also grade Sorten wie Sonnenblumen, Erbsen, Linsen, Mangold, Koriander etc. brauchen zusätzliche Nährstoffe um optimale Wachstumsbedingungen zu gewährleisten, solltest du sie rein hydroponisch anbauen. Bei Sorten wie Kresse, Senf oder Rucola ist es nicht ganz so dramatisch und es würde auch ohne gehen…
      Liebe Grüße,
      Christian

  2. Guten Tag,
    Kann man die anzuchterde nach der Ernte wieder verwenden?
    Bzw was wird mit dieser gemacht wie kann ich die Erde
    Wieder in den Kreislauf bekommen?
    Liebe grüße
    Jakob

    1. Lieber Jakob,
      das ist eine sehr gute Frage, die ich dir gerne beantworte. Theoretisch kannst du die Erde wiederverwenden, indem du die Wurzeln aus dem vorherigen Anbaudurchgang heraussiebst. Jedoch ziehen sich Microgreens im Vergleich zu Sprossen nach ein paar Tagen auch Nährstoffe aus der Erde. Daher empfehlen wir für einen neuen Durchgang auch neue Erde zu verwenden, damit stets eine hochwertige Nährstoffbasis gegeben ist.
      Die gebrauchte Erde kannst du durch Kompostieren oder über den Biomüll wieder in den Kreislauf zurückgeben.
      Liebe Grüße,
      Manuel

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